Yogische & ökologische Ernährung

6 Daumenregeln für entspanntere Entscheidungen

Stand 29.06.2025

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Das Thema Ernährung ist komplex, sehr individuell und bisweilen emotional aufgeladen. Die Bedürfnisse und Geschmäcker sind so verschieden wie die Umweltwirkungen und komplexen Zusammenhänge in der Landwirtschaft, Tierhaltung und Lebensmittelherstellung. Dazu ist alles global vernetzt.

Als Diplom Umweltwissenschaftlerin forsche und kommuniziere ich seit 2012 über nachhaltige Lebensstile und weiß, wie wichtig Orientierung in diesem Bereich ist. Als Yogalehrerin habe ich dann festgestellt, dass diese beiden Bereiche sich fabelhaft ergänzen und es sehr viele Gemeinsamkeiten gibt. In diesem Artikel stelle ich dir kurz und kompakt die wichtigsten Aspekte aus beiden Blickwinkeln vor: Yoga und Nachhaltigkeit.

Ich gebe dir 6 gemeinsame Daumenregeln mit auf den Weg, die dir mehr Leichtigkeit in deinen Entscheidungen zur Ernährung geben können.

Um die wichtigsten Aspekte, mit größter Wirkung als erstes anzugehen und nicht gleich den Überblick zu verlieren und sich im Labeldschungel oder Vorgaben/ Ideen aus dem yogischen Bereich zu verzetteln, sind Daumenregeln super. Toll, dass es aus Yoga- und Umweltperspektive so große Überschneidungen gibt!

Obst und Gemüse. Beschriftung: Yoga & Nachhaltigkeit | Ernährung

Daumenregeln werden auch Faustformel oder Faustregel genannt.

Du kannst sie super nutzen, um schnelle Entscheidungen zu treffen und dir das Leben leicht zu machen.

Das Gute daran ist, dass diese Methodik deine mentalen Kapazitäten schont

und dir dennoch ermöglicht, nach deinen Werten zu leben,

ohne es dir unnötig bei den vielen kleinen Entscheidungen schwer zu machen!

Yoga Ernährung

Warum ist das Thema Ernährung für Yoga wichtig? Einerseits geht es um die Gesunderhaltung des Körpers – daher ist Ernährung auch eine Säule des körperlichen Hatha-Yoga [Link zu Yogastunden].

Andererseits gibt es Überlegungen, die sich auf die Auswirkung unserer Nahrung auf den Geist beziehen. Je nachdem was wir essen, kann das z.B. die Qualität unserer Meditation beeinflussen. Im Yoga, oder besser gesagt in der indischen Gesundheitslehre Ayurveda (Ayus – Leben; Veda – Wissen) werden Lebensmittel nach Wirkungen unterschieden. Es gibt die Einteilung nach drei Gunas (Eigenschaften der Natur):

„Aufputschend“ – rajasig / „Träge machend“ – tamasig / „Rein“ – sattwig

 

Daumenregeln aus dem Yoga sind:

🍏 Viel sattwige Nahrung zu sich nehmen: Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Wasser.

➡️ Weniger rajasige: u.a. Kaffee, (industrieller) Zucker

🚫 Am besten kein tamasiges Essen: z.B. Junk food, Fleisch, Alkohol, zu viel Essen.

✅ Viel Wasser trinken, frisch und unverarbeitet essen, maßvoll Essen.

✅ Zwiebeln eher als Heilmittel verwenden, da sie unruhig machen und das Grobstoffliche unterstützen.

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Ökologische (nachhaltige) Ernährung

Es gibt viele ökologische Aspekte beim Thema Ernährung. Es geht um die Nutzung der Landfläche, um Düngemittel, chemische Pflanzenschutzmittel, Futter für Nutztiere, Wassernutzung und vieles mehr.

Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, müssen wir die Bereiche Soziales und Ökonomie mitdenken. Bei Ernährung geht es dann zB. um Fairen Handel (Schokolade, Tee, Kaffee, Bananen usw.) und auch in Deutschland um ein angemessenes Auskommen für unsere Milchbauern unter anderem.

Die landwirtschaftliche Erzeugung von Nahrungsmitteln erzeugt CO2 und andere Klimagase. Der ökologische Rucksack oder Fußabdruck unterscheidet sich zwischen den Lebensmitteln. So erzeugt ein kg Butter im Vergleich zu Margarine das dreifach an CO2-e (e = CO2-Äquivalente bedeutet CO2 inkl. anderer Klimagase).

Daumenregeln ökologisch sind:

🍏Pflanzliche Nahrungsmittel sind klimafreundlicher bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa Reis, der wegen der Anbaumethoden eine hohe CO2e Bilanz hat (Kartoffeln haben 10x weniger!).

Bioprodukte sind u.a. gut für die Artenvielfalt und das Tierwohl.

💡Im Einzelfall wird es schnell kompliziert, daher können wir mit der Daumenregel: „mehr Bio weniger tierisch“ erstmal die größten Wirkungen erringen.

🚫 Wenig Lebensmittel wegwerfen, denn was einmal hergestellt wurde hat die Umwelt schon belastet.

💚 Regional einkaufen spart Transportwege, saisonale Ernährung ebenso (und ggf. energieintensive Lagerung/ Erzeugung)

Unverpackt einkaufen spart Abfall.

Es gibt noch jede Menge weitere Aspekte, die angesprochen werden könnten, zum Beispiel das Thema Fleisch und das yogische Prinzip des Nicht-Verletzens (Ahimsa). Oder Wasserknappheit und andere Umweltaspekte, die leider teilweise auch zu Zielkonflikten innerhalb einer gesunden, planetaren Ernährung führen.

Tierhaltung nach Biostandards benötigt zum Beispiel mehr Fläche, was aber auch für eine artgerechte Haltung nötig ist. Daher ist für eine gute Orientierung um so wichtiger, sich an sehr wirkungsvolle Maßnahmen zu halten, um sich nicht zu verzetteln und gar nicht entscheiden zu können. Was auch nicht gesund ist: sich andauernd schlecht zu fühlen, weil man nicht alles 100% perfekt hinbekommt (ist gar nicht möglich).

6 gemeinsame Daumenreglen für yogische & ökologische Ernährung

Wie gesagt, geht es hier darum, mit „groben“ Entscheidungshilfen im Alltag nicht ständig vor jeder Menge kleinen und großen Fragen zu stehen. Es geht darum, mit wenigen Regeln die wichtigsten Entscheidungen in den Mittelpunkt zu stellen – hier im Sinne der ökologischen Auswirkungen. Natürlich kann Jede:r für sich bestimmte Aspekte besonders wichtig finden und den eigenen Fokus erweitern.

Zum Beispiel kaufe ich wo nur möglich aus Fairem Handel, mittlerweile gibt es Schokolade, Kaffee & Co auch in jedem Supermarkt mit dem Fairtrade Siegel!

Nun aber endlich die 6 Daumenregeln für yogische & ökologische Ernährung:

Wenn wir überwiegend pflanzliche und unverarbeitete Nahrungsmittel nutzen, können wir unsere negativen Umweltwirkungen reduzieren und uns gesünder ernähren.

Hülsenfrüchte als Proteinquelle zu nutzen hilft die Empfehlungen der DGE umzusetzen, mindestens ¾ pflanzliche und maximal ¼ tierische Lebensmittel zu konsumieren.

Wenn wir Fleisch und tierische Produkte verringern oder ganz weglassen, ist das ein „Big Point“ in Sachen Klimaschutz zudem kommen wir dem yogischen Prinzip Ahimsa näher – einer nicht-verletzenden Lebensweise.

Bioprodukte helfen zudem den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, chemischen Düngern und Ackergiften zu reduzieren und so u.a. Insekten zu schützen.

Ich werfe fast nie Lebensmittel weg, da ich versuche, sinnvoll einzukaufen. Nur das, was ich auch verbrauchen kann. Wenn doch mal etwas über bleibt, wird es im nächsten Essen verarbeitet. Übrigens sind Mindesthaltbarkeitsdaten kein „ab da an wegwerfen“ Schild (außer bei Fleisch, da heißt es ja auch: zu verzehren bis …).

Dann gibt es noch eine Reihe „kleinerer“ Maßnahmen: Ich versuche möglichst frisch, saisonal, regional, fair gehandelt und unverpackt einzukaufen. Meistens klappt natürlich nicht alles dieser Anforderungen gleichzeitig. Aber keine Sorge, wenn du die oberen Punkte überwiegend einhältst, kannst du in diesen Aspekten entspannter bleiben.

Die Reihenfolge stellt im großen und ganzen auch die Rangfolge dar. Wenn es um CO2 geht, wäre Fleisch und tierische Produkte wie Käse weit vorne, gefolgt von Bio-Lebensmitteln.

Häufig stehen wir ja vor dem Supermarktregal und fragen uns: „lieber Biogurke im Plastik oder die regionale unverpackt?“. In diesem Fall würde ich zu Bio greifen, eine dünne Plastikfolie hat weniger Auswirkungen und ist gut zu recyceln. Dafür können die Daumenregeln super dienen. Aber auch wenn es mal nicht so einfach ist, sei gütig bei „Kleinigkeiten“/ Einzelentscheidungen und lasse keinen Stress aufkommen, wenn du die großen Brocken umsetzt.

Denn es gibt im Leben ja auch noch andere wichtige Themen. Ernährung ist aus Umweltsicht ein entscheidender Bereich, aber Fliegen, Auto, Wohnung & Co sind auch ganz schöne Brocken – aber dazu ein ander Mal mehr.

Zusammenfassung

Was deutlich werden sollte, sind folgende Aspekte:

~ Ernährung ist ein komplexes und persönliches Thema und ein „big Point“ in Sachen ökologischer Fußabdruck. Dabei vor allem die Aspekte tierische Lebensmittel und Bio. 

~ Du brauchst dir das Leben aber nicht schwer machen, mit einfachen Daumenregeln deckst du die größten Wirkungen (sowohl im Umweltbereich als auch bei deiner Gesundheit) ab.

~ Yoga & Nachhaltigkeit passen prima zusammen im Bereich Ernährung. Tu dir und der Umwelt etwas Gutes.

 

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